Fünf Boote aus sechs Ländern

02. Mai 2013

Nicht nur, dass wir auf unserer Website Informationen in 9 Sprachen anbieten (Französisch wird als Zehnte bald dazu kommen) – eben fiel mir zum ersten Mal auf, dass ja jede einzelne unserer Yachten aus einem anderen Land kommt (wenn man nach ihren Namen geht):

  • Piet Hein aus den Niederlanden
  • Anna Blume aus Deutschland
  • Edmond Dantès aus Frankreich
  • Anna Karenina aus Russland
  • Don Giovanni steht sogar für zwei Länder: der Name ist italienisch, der Namensgeber (“Don Juan”) ist Spanier

Die Herkunft unserer Gäste ist (noch?) nicht so bunt gemischt. Die meisten kommen naturgemäß aus Deutschland, viele aus der Schweiz und einige aus den Niederlanden. Andere Landsleute (aus Polen, Norwegen, England, den USA …) haben bisher leider nur vereinzelt den Weg nach Zehdenick gefunden. Wir arbeiten daran, das zu ändern!

Neues vom Trödel

23. April 2013

Wer braucht Flughäfen? Die Zukunft gehört der Binnenschifffahrt!

Ich hatte schon mehrfach darüber berichtet. Und jetzt scheint es langsam ernst zu werden: am Langen Trödel wird gebuddelt. Jedenfalls vermeldet ELWIS ab Juni zeitweilige Beeinträchtigungen an der HOW wegen der Baumaßnahmen. Natürlich wird man nicht bis Ende 2013 fertig werden, aber jetzt wird wirklich gebaut. Die üblichen “unvorhersehbaren” Probleme und Verzögerungen eingerechnet ist mein Tipp: Einweihung im Spätsommer 2015. Immerhin! Wetten, dass der Lange Trödel jedenfalls vor dem Flughafen BER fertig gestellt sein wird?

Frohe Ostern!

29. März 2013

Niederlehme: 1° C, Schneeregen. Aber was richtige Bootfahrer sind, die lassen sich davon nicht von ihrem Ostertörn abhalten. Man braucht allerdings das richtige Boot dafür, zum Beispiel unsere Anna Karenina. Und für einen Hauch von Frühling – wenigstens im Salon – sorgen wir.

Eisige Ostern

21. März 2013

Das ist vielleicht ein Frühling dieses Jahr!

Landwehrkanal am 21. März 2013

Landwehrkanal in Berlin am 21. März 2013

Aktuelle Meldungen von ELWIS, heute morgen:

  • Havel-Oder-Wasserstraße: HOW (km 15,2-28,6), Schifffahrt behindert, Eisdicke < 2 cm,
  • Müritz-Havel-Wasserstraße: MHW (km 0,0-31,5), Schifffahrt gesperrt, Eisdicke 9 cm
  • Obere Havel-Wasserstraße: OHW (km 47,5-94,4), Schifffahrt gesperrt, Eisdicke 10 cm

Aktuelle Meldung von Günter: Der Hafen ist dicht. Geschlossene feste Eisdecke. Die Schleusen Bredereiche und Kannenburg sind ebenfalls dicht.

So etwas haben wir noch nie erlebt! Aber wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Selbst wenn wider Erwarten sofort starkes Tauwetter einsetzen sollte, so schnell verschwindet das Eis nicht. Wir können deshalb die Flotte erst nach Ostern von Niederlehme nach Zehdenick überführen.

In Berlin (und wohl auch südlich davon – wir prüfen das noch) sind die Gewässer hingegen frei. Wer will, kann also von Niederlehme aus zum Ostertörn ablegen. Da unten im Südosten gibt es noch viel zu entdecken …  Selbstverständlich stellen wir allen Gästen frei, ob sie das tun möchten oder nicht.

Nächstes Jahr ist Ostern übrigens erst Mitte April. Wetten, dass dann von Anfang März an die Sonne scheint?

Zu Fuß die Spree entlang

17. März 2013

Während des ganzen vergangenen Sommers blieb die Berliner Stadtspree Booten mit Funk vorbehalten und war damit de facto für Charterboote gesperrt (wir berichteten darüber). Und es sieht so aus, als würde sich auch in dieser Saison daran nichts ändern. Um Berlin mit dem Boot zu durchqueren, muss man entweder außerhalb der Sperrzeiten durchrutschen  (vor 9:00 Uhr am Morgen oder nach 19:00 Uhr abends) oder den Landwehrkanal befahren. Letzteres geht aber nur in Ost-West-Richtung, von der Ober- zur Unterschleuse, der Kanal ist eine Einbahnstraße.

In den Brandenburgischen Südosten und zurück kommt man bequem, indem man die Stadt über den Teltowkanal südlich umfährt. Wer aber den Bootstörn mit Berlin-Sightseeing verbinden will, muss etwas vorausplanen. Unser Tipp für die Berlin-Reise per Boot: außerhalb der Stadtspree festmachen und die Stadt zu Land erkunden. Wer – was ich gut verstehen kann – in Sichtweite des Flusses bleiben will, kann in Berlin dem Lauf der Spree auch sehr gut zu Fuß folgen. Unten stehend ist verkleinert die westliche Hälfte des Weges skizziert. Ein Klick führt zur vollständigen großen Karte.

Von den eingezeichneten Liegemöglichkeiten befindet sich nur der 24-h-Anleger am Schiffbauer Damm innerhalb der Funkzone, und der Anleger am Spreekanal ist auch 2013 möglicherweise gesperrt. Für alle die von der Havel nur einen kurzen Abstecher nach Berlin machen wollen, bietet sich das Charlottenburger Ufer zum Anlegen an. Denjenigen, die in den Südosten fahren (oder von dort schon auf dem Rückweg sind), sei v.a. der Anleger an der Insel der Jugend in Treptow empfohlen.

Vom Charlottenburger Schloss im Westen bis zum Plänterwald im Südosten (oder umgekehrt) können wir über lange Passagen ungehindert an der Spree entlang wandern.  Ab und zu müssen wir über eine Brücke die Seite wechseln, in der gesamten Innenstadt aber (zwischen Lessingbrücke und Jannowitzbrücke) können wir uns sogar die Seite aussuchen.

Charlottenburger Schloss, Haus der Kulturen, Reichstag, Kanzleramt, Museumsinsel … der Spreewanderweg führt mitten durch die Stadt und lässt uns ein gutes Stück Berlin sehen. Und nicht nur die traditionellen Sehenswürdigkeiten im Zentrum oder im Westen: Auch die heiß umkämpften Areale am Friedrichshainer Spreeufer (unweit der Veranstaltungshalle O2-World) mit der berühmten Eastside-Gallery gehören dazu.

Die gesamte Strecke vom Anleger in Charlottenburg bis zu dem an der Insel der Jugend ist ca. 17 km lang – eine lockere Tagesetappe. Von beiden Anlegern ist die S-Bahn recht gut zu erreichen (Treptower Park im Osten bzw. Jungfernheide im Westen) , sodass man nach getaner Arbeit bequem zum Ausgangspunkt zurückreisen kann (sogar ohne Umsteigen, Fahrzeit ca. 30 min).

Die offizielle Spaßinsel

23. Februar 2013

Die Boulevardzeitung B.Z. nennt es “offizielle Spaßinsel”, was ja nun wirklich eine gruselige Formulierung ist. Der Tagesspiegel berichtet etwas ausführlicher über die Pläne für die “Luxusinsel”, zu der die bisherige Rumpelpumpel-Insel Eiswerder ausgebaut werden soll. Ein paar Anmerkungen dazu:

  • Was in Berlin als Luxusghetto für Superreiche gilt, würde in Hamburg kaum als leidlich gutbürgerliche Wohngegend durchgehen. Die Maßstäbe in der Hauptstadt sind da etwas speziell.
  • Ich habe nicht mitgezählt, wieviele solche supertollen, gaaaanz innovativen und groooooßen Projekte im Berlin der vergangenen 20 Jahre von dynamischen Investoren vollmundig angekündigt wurden. Ein paar Dutzend werden es schon sein. Realisierungsquote? Öh, tja, hm …so gegen Null?
  • Ein Hafen für historische Boote ist ja ganz prima. Aber wer soll denn damit fahren? Zahlende Passagiere dürfen ja nicht.

Nun, wir sind nicht auf solche Luftschlösser angewiesen, wenn wir in und um Berlin Boot fahren wollen. Zum Glück gibt es ja überschaubare saubere Marinas, engagierte Vereine, familiengeführte Hotels am Wasser, Sportbootwerften mit ordentlichem Service und nicht zuletzt … kleine aber feine Charterfirmen.

Immer auf die Kleinen

07. Februar 2013

Schon wieder schlechte Nachrichten aus Berlin:
Die Tage der Ruderfähre in Rahndsorf sind möglicherweise gezählt. So berichtet der Tagesspiegel.

Bald Vergangenheit? Ruderfähre in Rahnsdorfd

Bald Vergangenheit? Ruderfähre in Rahnsdorf

Eigentlich bin ich gar nicht so pessimistisch. Denn was bürokratische Sturheit angeht, werden die Berliner Verkehrsbetriebe locker vom Berliner Wasser- und Schifffahrtsamt übertroffen. Und die wollen den neuen Anleger für die Motorfähre nun mal nicht genehmigen. Manchmal gibt eben Minus mal Minus auch in der Verwaltung Plus.

Der Sieg der weißen Riesen

02. Februar 2013

Es ist eine Tragödie: Von der nächsten Saison an wird es in Berlin untersagt sein,  mit Sportbooten Skippertouren anzubieten.

Der Tagesspiegel formuliert es vorsichtig: Es dränge sich durchaus der Verdacht auf,  ”dass die Verordnung vor allem darauf abzielt, lästige Konkurrenz loszuwerden.” Nun, das ist sowas von offensichtlich, dass es geradezu unappetitlich ist. So wie sich viele Schiffsführer auf dem Wasser gebärden, so tut es die Fahrgastschiff-Lobby offensichtlich in der Politik. Ellenbogen ausfahren und die anderen an die Wand drücken. Und das Ramsauer-Ministerium spielt mit.

Klar, es war immer schon eine rechtliche Grauzone, wenn mit klassischen Booten oder Yachten Touren angeboten wurden. Aber es wurde geduldet und eine Menge Leute hatten eine Menge Spaß. Mit so einem Schiff zu fahren war eine der vielen besonderen Möglichkeiten, die unsere Stadt so interessant machen. Manches klassische Boot konnte auf diese Weise überhaupt erst erhalten werden. Und nicht zuletzt: gar nicht so Wenige verdienten damit ihren Lebensunterhalt. Unfälle? Verletzte? Probleme? Fehlanzeige.

Tja, das war’s dann wohl. Tschüss Aida, tschüss Graf von Seestern, tschüss Condor, tschüss all ihr anderen individuellen, charaktervollen Boote, die ihr alle eine Geschichte erzählen könnt. Ihr seid in Berlin nicht mehr erwünscht. Große weiße Ausflugsschiffe, fade wie Plattenbauten, werden euren Platz einnehmen. Weil eine einflussreiche Lobby es so will.

Update 15.3.13: Nach Protesten der Betroffenen wurde die Verordnung jedenfalls für 2013 erst einmal wieder zurückgenommen (mehr dazu im Tagesspiegel). Aber ganz ist die Sache nicht vom Tisch. Ich könnte mir vorstellen, dass am Ende ein ziemlich übler Kompromiss stehen wird, bei dem nur einige größere Anbieter glimpflich davon kommen. Aber warten wir’s ab.

Leben auf dem Mississippi

21. Januar 2013

Wir wissen ja, der schönste Fluss der Welt fließt durch Deutschlands Nordosten. Wer Flüsse und Schiffe mag, hat aber vielleicht auch Spaß daran,  ein Buch über einen ganz anderen Fluss zu lesen:  Mark Twain, Mein Leben auf dem Mississippi. 

Das ist kein Roman sondern eher eine Art ausführliche Reportage in Ich-Form. Mark Twain erzählt über die Dampfschifffahrt auf dem Mississippi Mitte des 19. Jahrhunderts. Twain selbst war zu dieser Zeit Lotse auf dem Fluss*.

Ein Dampfboot den Mississippi entlang zu steuern war damals eine heroische Aufgabe. Der Lotse musste jede Untiefe und jede Engstelle auf Tausenden von Flusskilometern auswendig kennen. Es gab weder Leuchtfeuer noch Bojen. Wasserstand, Strömungen und sogar der Flusslauf selbst konnten sich innerhalb weniger Stunden ändern. Die Lotsen hatten deshalb ein System aufgebaut, mit dem sie sich gegenseitig auf dem Laufenden hielten. Dennoch liefen immer wieder Dampfer auf Grund. Und gar nicht selten kam es vor, dass die überlasteten Dampfkessel eines Schiffs explodierten. Twains Bruder selbst kam bei so einer Explosion ums Leben.

Mir hat es großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen – aus einer Zeit, als Flussfahrten auf dem Mississippi noch ein Abenteuer waren, nicht kleiner als die Überquerung des Ozeans. Im zweiten Teil des Buches beschreibt Twain, wie er 21 Jahre später – inzwischen ein gefeierter Autor – auf den Spuren seiner Vergangenheit eine Flussreise unternimmt, und natürlich alles vollkommen verändert vorfindet: Der Fluss wird mehr und mehr gezähmt und überall gibt es Zeichen und Lichter, die vor Gefahren und Untiefen warnen. Dabei hat zugleich die Flussschifffahrt – vor allem durch die Konkurrenz der Eisenbahn – stark abgenommen:

Den ganzen folgenden Tag dampften wir weiter den Mississippi hinunter und begegneten nur einem einzigen Dampfboot, das obendrein, wie ich durch das Fernrohr erspähte, meinen Namen trug. Eine so hohe Ehre war mir bislang noch nicht widerfahren.

Das Werk gibt es als  Taschenbuch für 11.95 € oder – da  das Copyright an Mark Twains Texten selbst nach dem exzessiven deutschen Urheberrecht inzwischen abgelaufen ist – als Kindle-E-Book für 1,99 € bei Amazon. Wahrscheinlich kann man es sich auch irgendwo ganz kostenlos herunterladen.

*Sein Pseudonym rührt aus dieser Zeit her: “Mark Twain!” war ein Ausruf der Matrosen am Lot und bedeutet  ”Zwei Faden!”  (ca- 3,70 m Wassertiefe)

Die kleine Runde

16. Januar 2013

Neuer Standort – neue Möglichkeiten! Wie berichtet werden unsere beiden offenen Boote ab April 2013 von Niederlehme aus vermietet. Wir haben wir uns mal angeschaut, was man von dort so erreichen kann:

Die kleine Runde im Südosten

  • Natürlich Berlin, wobei ehrlicherweise gesagt werden muss, dass man die Runde durch die Innenstadt mit An- und Rückfahrt an einem Tag nicht schafft. Mit Übernachtung, z.B. in Charlottenburg, ist das aber ein entspannter Törn. Eine Tagestour auf Berliner Gewässer  führt nach Köpenick und von da – wenn man will – zurück über Müggelsee und Seddinsee “rund um die Müggelberge”.
  • Und wie wär’s mit einer Tour zum Golfen nach Bad Saarow? Wenn das kein starker Auftritt ist, da mit der Diva vorzufahren!
  • Wer’s verträumt mag, findet vielleicht Gefallen daran, den Quellen der Dahme entgegen zu fahren, so weit das Flüsschen schiffbar ist. Dann ist in Märkisch Buchholz Schluss. Übernachten sollte man bei dieser Tour am besten in Prieros.
  • Oder per Boot zum Spreewald. Von Niederlehme kann man über den Krossinsee direkt zur Spree-Oder-Wasserstraße abkürzen und von da via Fürstenwalde ostwärts fahren. Rechts abbiegen und der Spree aufwärts folgen bis zum großen Schwielochsee. Dann ist man zwar noch nicht ganz im Spreewald, aber nah dran. Auf dieser Tour muss man mindestens eine Übernachtung einplanen. Brauchbare Hotels gibt es in Fürstenwalde und wohl auch in Beeskow.
  • An der Nordspitze des Schwielochsees geht es westwärts zunächst weiter spreeaufwärts. Die Schleusen werden enger, sind aber für kleinere Boote noch gut zu passieren. Westlich des Neuendorfer Sees mündet der Dahme-Umflutkanal, weiter spreeaufwärts kann man hier wohl nur noch mit dem Kanu fahren. Richtung Kanal ist die Durchfahrthöhe auf 1,80 m begrenzt, eigentlich kein Problem mit der Sloep. In Märkisch Buchholz (oberhalb des Wehrs) ist aber endgültig Schluss; denn es gibt dort nur eine Bootsschleppe für Kanus, aber keine Schleuse. In Märkisch Buchholz kann man sich mit denen die Hand reichen, die auf der Dahme unterhalb des Wehrs angekommen sind. Das brachte mich auf eine Idee:
  • Eine Runde mit zwei Booten! Eine Gruppe fährt mit Lucia über Spree und Umflutkanal  und die anderen mit Diva dahmeaufwärts oder umgekehrt. In Märkisch Buchholz begegnen sich beide, tauschen die Boote, und komplettieren jeweils die Runde. Das erfordert etwas Planung und Flexibilität, sollte aber machbar sein. Bin gespannt, wann das zum ersten Mal jemand hinkriegt. Vielleicht sollten wir einen Preis ausloben?

Dahme,Teupitzer und Storkower Gewässer kennen wir gut: es ist einfach traumhaft dort. Die Tour Richtung Spreewald sind wir noch nie gefahren. Vielleicht wird es diesen Sommer was. Oder es kommt uns jemand zuvor…