Annette Haag – das Porträt

Oktober 5th, 2017

Wir haben das Triple geschafft! Dreimal hintereinander im Skipper, und ein Artikel schöner als der andere. Nach der „Großen Berliner Umfahrt“ und dem Charterboot-Test nun ein Portät der Chefin, wieder von Rex Schober wunderbar einfühlsam und zutreffend geschrieben und wie immer mit tollen Fotos.

Beim Betrachten der  Bilder von der Überführungsfahrt 2002 wird uns etwas wehmütig ums Herz. Aber immerhin: Wir haben uns fast so gut gehalten wie unsere Anna Blume!

Charterboot-Test

September 13th, 2017

Na, ist das ein tolles Foto? Und es ist nicht das einzige in dem Artikel. Man merkt, dass Rex Schober (derselbe der für den Skipper über die „Große Umfahrt“ berichtete) gelernter Fotograf ist. In der September-Ausgabe des Magazins schreibt er nun über einen Charterboot-Test der besonderen Art: Testobjekt ist nämlich unsere gute alte Anna Blume. Eine gewisse Verwunderung, wie gut dieses Boot nach immerhin 15 Dienstjahren immer noch da steht, konnte auch Rex Schober nicht verhehlen. Quintessenz des Tests:

Kleinere Crews dürfen sich auf ein einzigartiges Charterboot mit gediegener Ausstattung und viel Charisma gefasst machen. Insofern ist die „Anna Blume“ nicht nur für den Individualisten vielleicht genau die richtige Wahl.

Dem haben wir eigentlich nichts hinzuzufügen.

Große Berliner Umfahrt

Juli 26th, 2017

Historische Bauwerke, Barockanlagen, die sozialistische Planstadt Eisenhüttenstadt, deutsch-polnische Grenzgeschichten ...“ SKIPPER-Journalist Rex Schober hat sich im Mai dieses Jahres aufgemacht, Berlin auf der Großen Umfahrt zu umrunden und dabei viele Entdeckungen gemacht.

„Große Berliner Umfahrt“? Der auf unserer Karte etwas profaner „Oder-Runde“ genannte Törn geht von Niederlehme aus auf die Spree-Oder-Wasserstraße, bei Eisenhüttenstadt in die Oder und von dort oderabwärts über Frankfurt nach Hohensaaten. Mit dem Schiffshebewerk lässt man sich aus dem Oderbruch hieven und fährt über die Havel-Oder-Wasserstraße an Oranienburg vorbei und um Berlin herum zurück zum Ausgangspunkt. Allein schon dieser spannend geschriebene Törnbericht auf 10 Seiten macht die August-Ausgabe des SKIPPER mal wieder äußerst lesenswert!

Ach so, und … natürlich … der Törn wurde mit einem dafür adäquaten Boot gefahren, das eine kleine aber engagierte Charterfirma zur Verfügung stellte 🙂

Adieu, schöne Diva!

April 13th, 2017

Unsere Connery 25, Diva, rollt auf dem Trailer vom Hof der MarinaDa rollt sie vom Hof … zunächst mit dem marinaeigenen Trecker, draußen wird sie dann an den Transporter des Käufers gekoppelt. Wie immer, wenn wir uns von einem Boot trennen, verdrücken wir ein Tränchen. Aber der Verkauf der Connery 25 war ja schon lange geplant und seit zwei Jahren hatten wir das Boot nicht mehr im regulären Charterbetrieb.

Auch die Diva – wie schon Edmond Dantès – wird ihre neue alte Heimat an der Oberhavel finden, im Raum Zehdenick. Im Gegensatz zu Edmond ist die Diva an einen privaten Käufer gegangen, wird also nicht mehr verchartert. Wenn sie mal jemand vorbeigleiten sieht: winkt ihr von uns zu!

TV auf dem Schiff

April 7th, 2017

Ende März wurde die Ausstrahlung der TV-Programme nach dem DVB-T-Standard eingestellt und durch DVB-T2 ersetzt.  Das Gute daran: der neue Standard überträgt die Bilder hochauflösend in HD. Der Nachteil: die alten Empfangsgeräte können mit DVB-T2 nichts anfangen. Man benötigt entweder einen zusätzlichen Receiver oder einen neuen Fernseher.

Pünktlich zum Saisonbeginn wurde unser Flaggschiff auf die neue Technik umgestellt. Damit kein Receiver im Weg liegt, haben wir kurzerhand den Fernseher ersetzt. Das Resultat: ein gestochen scharfes kontrastreiches Farbbild von fast 70 TV-Programmen. Natürlich werden auch die ab Juni 2017 kostenpflichtigen Privatsender empfangen.

In Niederlehme, wo der Test stattfand, war der Empfang exquisit. Das dürfte für den gesamten erweiterten Berliner Raum zutreffen und auch im Süden und Westen gibt es wahrscheinlich keine Probleme. Im Norden – insbesondere nördlich von Zehdenick –  ist möglicherweise mit Einschränkungen zu rechnen. Einen Überblick über die Empfangsgebiete gibt diese Karte. Ich gehe davon aus, dass  der Empfang unserer am Mast montierten Aktivantenne etwa mit dem einer Dachantenne zu vergleichen ist. Das Fernsehvergnügen auf unserem Flaggschiff bleibt also weiterhin gewährleistet.

Tagesspiegel an Bord

März 22nd, 2017

“ … Mit Getöse rumpelt auf Knopfdruck die Ankerkette ins Wasser. Dann wird es still. Weit weg ziehen Gänse vorbei, während sich über uns die Nacht senkt …“

So schön schreibt Tagesspiegel-Journalist Stefan Jacobs über einen Törn, den er im Herbst letzten Jahres mit der „Anna Karenina“ unternommen hat. Was wir immer versuchen, und was uns immer nur mehr oder weniger gut gelingt: Stefan Jacobs schafft es. Nämlich den Zauber einer Bootstour auf unseren Brandenburger Gewässern in Worte zu fassen. Fünf Seiten, von der ersten bis zu letzten Zeile eine Freude zu lesen und üppig bebildert.

Natürlich ist das Tagesspiegel-Magazin „Brandenburg“  schon wegen des Anna-Karenina-Artikels eine lohnende Anschaffung, aber von Seerosenzucht bis Wolfstracking finden sich auf den 160 Seiten noch eine Menge andere Berichte über die unerwartete Vielfalt des weiten Berliner Umlands.

Das Schöne daran: Hier schreiben professionelle Journalisten, die ihr Handwerk verstehen. Hier ist nichts zusammengestoppelt sondern alles sauber recherchiert und gekonnt formuliert. Das Magazin kostet 8,50 € und kann hier bestellt werden.

Neuerungen

November 6th, 2016

Wenn ihr mich fragt: Dieser Sommer war besser als sein Ruf. Es fehlte zwar eine länger anhaltende Hitzeperiode (die kam erst im September sozusagen als Nachschlag), aber wir hatten viele schöne Sonnentage und meistens Badewetter – jedenfalls hier, im Osten der Republik. Das haben wir schon daran gemerkt, dass wir nur genau drei Mal bei Regen ein Boot übergeben haben.

Und es gab dieses Jahr wieder viele Übergaben, wir sind recht zufrieden. Zeit, auf die neue Saison zu schauen; und da gibt es die berühmte gute und die schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst? Nun ja, so schlecht ist sie nun auch wieder nicht.

Ab 2017 werden alle Boote (einschließlich Don Giovanni und Lucia) nur noch wochenweise vermietet. Der Grund ist simpel. Die kurzfristigeren Vermietungen werden uns wegen der damit verbundenen Fahrzeiten langsam zu stressig. Das wollen wir nicht. Wir wollen nämlich auch künftig entspannt und locker unsere Gäste begrüßen und uns auch mal Zeit zum Plaudern nehmen.

Und die gute Nachricht? Nun, die Preise bleiben auch 2017 – zum wievielten Mal in Folge eigentlich? dritten? vierten? – wiederum stabil. Die Sloep wird im Endeffekt sogar billiger; denn auch hier gelten jetzt Saisonpreise. Der Hochsaisonpreis entspricht dem früheren einheitlichen Wochenpreis; außerhalb des Hochsommers ist Lucia jetzt für kleineres Geld zu bekommen als früher. Vielleicht können wir so den einen oder die andere motivieren, es mal mit einer längeren Sloeptour zu probieren …

Der Tempelhofer Hafen

Juni 22nd, 2016

Der Teltowkanal – je nun. Nützlich, wenn man auf dem kürzesten Weg vom Dahme-Spree-Revier zur Oberhavel kommen will. Aber für sich genommen uninteressant. So wird diese Wasserstraße, die von Köpenick aus durch den Berliner Süden bzw. am Stadtrand entlang nach Potsdam führt, sicher von den meisten gesehen.

Und es stimmt schon: Von seinem westlichsten Teilstück am Griebnitzsee abgesehen bietet der Teltowkanal weder besonders schöne Landschaften noch großartige Bauwerke an seinen Ufern.

Und doch, der Teltowkanal hat seine Highlights. Da wäre zum einen der Hafen des MRC in Berlin-Steglitz, km 18,5 LU. Ein Geheimtipp. MRC steht für Motor-Rennboot-Club; aber ein Rennboot ist dort schon lange nicht mehr gesehen worden. Dafür gibt es eine urige Hafencrew, ausnehmend freundliche und hilfsbereite Berliner Originale, die bei dem einen oder anderen Bierchen gerne Geschichten von früher erzählen. Man liegt ruhig und geschützt, und in fußläufiger Entfernung gibt es Einkaufsmöglichkeiten und einige preiswerte Restaurants.

Der Tempelhofer Hafen 2004

Weiter Richtung Potsdam (km 23,4 RU) liegt der Tempelhofer Hafen. Einst ein Binnenhafen mit Kran und Lagerhäusern, dann lange Jahre praktisch ungenutzt, wie unser Bild von 2004 zeigt. Doch heute: welch ein Kontrast! Ein professionell betriebener Yachthafen mit vielen Dauer- und einigen Kurzzeitliegeplätzen, Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants rund um das Hafenbecken.

Abendstimmung im Tempelhofer Hafen 2016 (Bild: Brinkmann/Lüsse)

Direkt neben dem Hafen ist die U-Bahn-Station Ullsteinstraße. Von dort gelangt man mit der U 6 ohne Umsteigen in 20 Minuten zum Gendarmenmarkt oder zur Friedrichstraße. Wer vom Boot aus auch mal in die Hauptstadt schnuppern will, liegt in Tempelhof sicherer und ruhiger als an den Anlegern der Stadtspree und fast genauso zentral. Wer mehr wissen will: Hier gibt’s einen Flyer des Hafens zum Download.

Nächtlicher Blick vom Tempelhofer Hafen auf das Ullsteinhaus (Bild: Brinkmann/Lüsse)

Mit Anna Karenina dem Spreewald entgegen

Mai 16th, 2016

Einer der ersten Touren im diesjährigen kühlen April ging gleich in eine noch wenig befahrene Richtung. Familie G. aus Schwäbisch Hall machte sich auf den Weg, um spreeaufwärts den Schwielochsee zu erreichen. Und war sehr angetan vom Revier und vom Boot. Mit freundlicher Genehmigung darf ich den Bericht, der uns von unterwegs per Mail erreichte, hier veröffentlichen:

„Es ist schön warm – wir genießen die Heizung jede Minute. Die wenigen Menschen, die wir bisher getroffen haben, kommentierten alle unsere Fahrt mit der Frage „ob es jetzt nicht doch etwas zu kalt sei“?

Von Wernsdorf bis Goyatz, an der Südspitze des Schwielochsees, und wieder zurück waren wir fast alleine auf dem Wasser, ein holländisches Boot hat uns überholt, zwei kleine Motorboote kamen uns an der Schleuse Fürstenwalde entgegen.

Von der Einmündung des Neuhauser Speisekanals in den Oder-Spree-Kanal bis Beeskow ist das schönste Teilstück der Strecke zum Schwielochsee, kaum Bebauung, mitten in der Natur – wir waren ganz allein.

Bei Mittelwasser (Pegel Neuhaus) hatten wir nur selten weniger als 0,7 m* auf dem Tiefenmesser bis Beeskow.

Bei Fischers Fritze in Beeskow kurz nach der Schleuse spreeaufwärts bekamen wir frische Forellen; Hecht und Zander hätte es auch, aber erst nach 16 Uhr gegeben… Freundlicherweise durften wir für diesen Einkauf beim Privatsteg vom Bootshaus Beeskow kurz anlegen.

Zwischen Beeskow und dem Schwielochsee wird es dann noch etwas flacher, wenn die Spree versandet – wir hatten stellenweise nur noch 0,3 m* auf dem Tiefenmesser. Der Pegel in Neuhaus war konstant, eher leicht steigend und Niederschläge waren angesagt; wir machten uns daher keine Sorgen und auch der Rückweg war problemlos. Für die obere Spree ist eine Fahrwassertiefe von 1,2 m angegeben.

In Goyatz sind Tankstelle u. Fäkalienservice erst ab 1. Mai in Betrieb, wenigstens konnten wir am Automaten Frischwasser bunkern. Im Yachthafen lagen wir ruhig bei angesagten 5-7 Windstärken; der starke Wind blieb aber aus, dafür begann es zu regnen und später zu schneien. Nachdem klar war, dass auch in der Marina Beeskow die Abwasserentsorgung noch nicht in Betrieb ist, haben wir dem Hafenmeister telefonisch mitgeteilt, wo wir die Hafengebühr versteckt haben und uns auf den Weg zurück nach Niederlehme gemacht, offenbar der einzigen verlässlichen Service-Station vor dem 1. Mai.

Die zweite wie auch die vierte Nacht verbrachten wir in dem kleinen Wergensee, direkt hinter der Schleuse vom Neuhauser Speisekanal – außer Vogelgezwitscher hörten wir nur den Wind. Von der Zivilisation sahen wir nur die Lichter der Schleuse am fernen Ufer in der Nacht. Einer der schönsten Ankerplätze, die wir bisher gefunden haben.

Neben der Heizung sind wir von der Stromversorgung total begeistert, insbesondere von dem neuen Anzeigeinstrument: bei meist nur etwa 1200 U/min Drehzahl, auf der Fahrt vom Wergensee nach Goyatz, haben wir es trotz Solarunterstützung nicht geschafft in etwa 5,5 Std. Fahrtzeit die Akkus von 78% wieder vollständig aufzuladen. Bei 1200 U/min hatten wir „nur“ einen Ladestrom von etwa 20-25A; bei 1400 U/min waren es etwa dagegen 45A, während bei 1.000 U/min der Ladestrom mit etwa 5 A sogar negativ war. Am Vortag, auf der Fahrt vom Seddingsee Richtung Fürstenwalde, haben wir für die Aufladung der Akkus von 85% bis 100% nur etwa 3 Std. benötigt, bei meist 2.000 U/min. Heute werden die Akkus aber sicher wieder voll, wir haben ja noch ein paar Stunden vor uns, auf dem Weg zum Dolgensee…

Wir genießen jeden Moment auf Ihrem wunderbaren Boot.“

 

*unter dem Kiel

Unter Druck

Mai 3rd, 2016

war zunächst einmal die Hafencrew, als es galt, die zahlreichen Dampfboote, die auf dem Trailer angereist waren, zügig ins Wasser zu bringen. Später dann – aber weit gemächlicher- waren auch einige der Boote angeheizt und unter Dampf gesetzt. Das dauert bei einem Dampfboot ein bisschen länger als das Vorglühen bei einem Diesel. Je nach Brennstoff und Heizmethode muss man sich schon mal eine Stunde gedulden, bevor es losgeht. Aber dann: Wenn man sieht, was für einen Schub diese kleinen Dampfmaschinen entwickeln können, wundert man sich nicht mehr, warum die Dampfmaschine hundert Jahre lang der dominierende Antrieb von Schiffen war – und bis in die 1960er -Jahre noch dort eingesetzt wurde, wo vor allem ein starkes Drehmoment gefragt war: in Eisbrechern nämlich.

Eis gab es Anfang Mai nicht mehr zu brechen und die Boote, die für ein großes Klassiker-Treffen, das am Seehotel Zeuthen stattfindet, beim Marineservice Niederlehme gekrant wurden, waren auch keine Berufsschiffe. Im Gegenteil: liebevoll gepflegte Salonboote und Sloepen vom allerfeinsten. Ein wahre Freude,  diese Schmuckstücke über die Dahme dampfen zu sehen!