Posts Tagged ‘Gedanken’

Herzlich willkommen, liebe Schweizerinnen und Schweizer!

Freitag, Januar 16th, 2015

Wir wissen, dass viele Menschen aus der Schweiz gerne in Berlin und Brandenburg Urlaub machen. Auch bei uns stellt die Schweiz den größten Anteil der ausländischen Gäste. Das freut uns; denn wir wissen die ruhige und freundliche schweizerische Art zu schätzen.

Wir sind deshalb begeistert, dass für unsere Schweizer Gäste der Bootsurlaub in Deutschland schlagartig um fast 20% billiger geworden ist . Und das ohne unser Zutun, allein durch eine Maßnahme der Schweizerischen Nationalbank!

Ob es volkswirtschaftlich richtig oder falsch war, den Wechselkurs des Franken zum Euro freizugeben, kann und will ich nicht beurteilen. Wir sehen jedenfalls das Positive und freuen uns auf noch mehr Gäste aus der Schweiz in der Saison 2015. (Übrigens: in gut 2 Monaten geht’s schon wieder los…)

Mehr Anleger!

Dienstag, Juli 9th, 2013

Die Bestimmung eines Schiffes ist es nicht, zur See zu fahren. Die Bestimmung eines Schiffes ist es, in einem Hafen anzukommen.“ Ein schöner und weiser Satz, den irgendjemand so oder so ähnlich gesagt hat*. Was für die Berufsschifffahrt gilt, gilt nicht weniger für die Freizeitschifffahrt. Wir wollen ankommen! An einem schönen Flecken anlegen, ein Gläschen trinken, etwas Essen gehen, die Vorräte auffüllen. Nur wenn das möglich ist, macht Bootfahren richtig Spaß. Und im Land Brandenburg (und auch in Meckpomm) gibt es – zusätzlich zu den zahllosen Ankerbuchten – ja auch viele Marinas und Anleger. Vorbildlich ist die Stadt Brandenburg.

Ausgerechnet Berlin bietet aber viel zu wenige Möglichkeiten zum Festmachen. Wir haben uns ja schon damit abgefunden, dass es mit einem innerstädtischen Berliner Freizeithafen wohl niemals etwas werden wird. Und die Berliner Stadtspree ist ohnehin für Charterboote fast gesperrt. Aber wenigstens im grünen Südosten der Stadt, im wasserreichen Bezirk Köpenick, sollte es doch problemlos möglich sein, ein Plätzchen zum Anlegen zu finden. Aber Pustekuchen. Oft sind die Anleger der Berufsschifffahrt vorbehalten, oder privaten Vereinen oder sie sind kaum auf vernünftige Weise anzusteuern. Die „gelbe Welle“, die da und dort prangt, scheint eher Alibicharakter zu haben.

Dabei würden nicht nur die Bootfahrer von Anlegemöglichkeiten profitieren. Es sollte sich eigentlich schon rumgesprochen haben, dass Yachties in der Regel nicht zu den ganz Armen gehören. Sprich: Die Leute gehen Essen, kaufen ein und erstehen vielleicht auch das eine oder andere Souvenir. Letztlich lohnt es sich für eine Gemeinde, wenn sie es Bootfahrern ermöglicht, bei ihnen festzumachen.

Das sollte vielleicht auch das Köpenicker Bezirksamt einsehen und dieser Petition folgen, die von uns mit ganzem Herzen unterstützt wird.

*Ich habe vergessen, wer es war und konnte die Quelle auch nicht ergoogeln – weiß jemand mehr?

Adieu, „Fach“-Geschäfte

Dienstag, Juni 12th, 2012

Neulich im Fachgeschäft für Bootszubehör:

Kunde: „Guten Tag, ich brauche ein Frischwasserpumpe von Flojet, ich glaube das war eine mit 3 Mebranen.

Verkäufer: „Membranen? (Hat er offenbar noch nie gehört. Zieht die Augenbrauen hoch. Kategorisch:) Das spielt keine Rolle. Es kommt auf die Förderleistung an!“

Kunde: „Ah – ja. Was hat denn die hier für eine Förderleistung? (Zeigt auf eine Flojet-Pumpe, die er im Regal entdeckt hat.)“

Verkäufer: „Ähh, hmm, (dreht suchend den Karton hin und her), ähhm, da muss ich mal im Katalog gucken. (Verschwindet im Hintergrund und kommt nach zwei Minuten wieder – blätter, blätter, such such:) ahh hier. 14 l. Das ist schon eine sehr gute Leistung!

Kunde: „14 l ? Aha. Pro Sekunde? Pro Stunde? Nee, wohl pro Minute, oder?

Verkäufer: „(Denk, blätter) Ja,  pro Minute.

Als ich den Dialog mitbekommen habe, da wusste ich: Es gibt sie noch, die guten alten staubigen Fachgeschäfte. mit ihren inkompetenten und arroganten Verkäufern. Man sollte ein paar dieser Läden unter Denkmalschutz stellen; denn sie werden restlos verschwinden. Und das ist auch gut so.

Im Internet bekomme ich die gesuchten Informationen mit ein bisschen googeln (oder gleich im Online-Shop) binnen weniger Minuten, kann bequem bestellen ohne angemeiert zu werden, die Auswahl ist größer und teurer ist es auch nicht. Amazon sei Dank.

Ein paar echte Spezialgeschäfte mit wirklich kundiger und freundlicher Beratung werden überleben, und da zahlt man gerne auch mal ein paar Euro mehr. Den anderen weine ich keine Träne nach.

Adieu, „Fach“-Geschäfte , hallo Online-Shop!

Neue Verbindungen schaffen!

Mittwoch, Mai 30th, 2012

Ein Tweet hat mich zu dieser Meldung  geführt.  Da schlägt ein niederländischer Europapolitiker (noch dazu aus der gleichen Fraktion wie unser bayrischer Wasserstraßenhasser) eine neue Kanalverbindung vor. Und zwar vom niederländischen Twentekanal zum deutschen Mittellandkanal. Der Twentekanal endet bisher in Enschede; die neue Verbindung müsste wohl irgendwo bei Rheine in den Mittellandkanal bzw. den Dortmund-Ems-Kanal münden.

Wenn man sich das mal bei Google Maps anguckt, fällt sofort ins Auge, wie naheliegend eine solche Verbindung ist und wie sinnvoll sie wäre. Denn es gibt bisher nur drei Binnenwasserverbindungen zwischen Holland und Deutschland, von denen zwei eigentlich nicht mitgerechnet werden können. Denn der Weg über den Dollart und die Ems schließt ein Tidengewässer ein. Diesen Weg sind wir bei der Überführung der Anna K. gefahren – das ist lustig, aber doch recht langwierig. Und der Haren-Rütenbrock-Kanal ist winzig und für die Berufschifffahrt natürlich nicht zu gebrauchen. Bleibt also nur die Waal/der Rhein, und diese Wasserstraße ist schon extrem belastet. Wir sind selber mal bei Nijmegen auf der Waal geschippert – eine Autobahn ist nichts dagegen.

Also ein neuer Kanal. Ich sage dreimal Ja! dazu. Das wäre eine sinnvolle Infrastrukturmaßnahme. Sie würde die Ost-West-Verbindung für Binnenschiffe von Polen bis Frankreich entscheidend verbessern und dazu beitragen, dass mehr Gütertransporte auf das Schiff verlagert werden. Man wird wohl den einen oder anderen Frosch vor Baubeginn behutsam umsiedeln müssen. Und man darf keine Berliner an der Planung beteiligen, sonst wird der Kanal nie fertig. Aber dann könnte das was werden.

Der Trend geht zum Un-Boot?

Sonntag, Mai 13th, 2012

Um es gleich klar zu stellen: das wird kein Hass-Artikel, noch nicht einmal eine Polemik. Ich lehne mich vielmehr entspannt zurück, nippe an meinem Sonntagskaffee und sinniere, warum diese merkwürdigen Wasserfahrzeuge, die man zunehmend auf unseren Gewässern sieht, derzeit so erfolgreich sind.

Ein Ferienhaus auf dem Wasser

Ein Ferienhaus auf dem Wasser

Zunächst der Versuch einer Klassifizierung:

  • Gruppe I, Einfach-Flöße
    Echte Floß-Konstruktionen: eine hölzerne Plattform auf Schwimmern montiert, darauf eine einfache Bretterhütte, hinten ein Außenborder angehängt (gerne mit weniger als 5 PS – also führerscheinfrei), fertig. Innen (vielleicht) Etagenbetten, Portapotti und Campingkocher.
  • Gruppe II, Haus-Boote
    Optisch von den Einfach-Flößen zunächst mal durch die Größe unterschieden. Meistens Katamarankonstruktionen mit Rümpfen aus Stahl oder Aluminium. Im Inneren wesentlich komfortabler, mehrere Schlafkammern, Küche, Heizung, manchmal sogar ein Kaminofen. Die einfacheren Varianten mit Außenbordmotoren, die nobleren mit Innenborder-Dieseln.

Innerhalb der Gruppen I und II gibt es unterschiedliche Größen und Komfortstufen und es gibt natürlich auch einen weichen Übergang zwischen den beiden. Ein Unikum hingegen ist Gruppe III,  und soweit mir bekannt ist, gibt es dafür auch nur einen einzigen Anbieter (der aber durchaus erfolgreich ist):

  • Gruppe III, der schwimmende Caravan
    Verchartert wird eine große schwimmende Plattform mit einem (Außenbord-) Motor, Steuerung und Beleuchtung. Den Rest bringen die Mieter selbst mit,  in Form ihres Wohnwagens oder Wohnmobils, das für die Dauer der Charter auf der Plattform verzurrt wird.
Wohnwagen in ungewohnter Umgebung

Wohnwagen in ungewohnter Umgebung

Was motiviert die Menschen, ihren Urlaub auf einem Floß, einem schwimmenden Bungalow oder in ihrem auf Schwimmer gesetzten Wohnmobil zu verbringen? Für alle, die es aufs Wasser zieht, gibt es doch schon lange Boote in jeder Größe und Komfortstufe zu mieten!

Der Preis kann es nicht sein, wie sich leicht feststellen lässt. Selbst ein simples 7-m-Floß mit Campingausstattung kostet im Sommer um die 800 € pro Woche – für wenig mehr kann man schon unseren Don Giovanni  bekommen! Komfortable schwimmende Häuser sind sogar eher teurer als richtige Boote.

Ich denke mir, bei den einfachen Flößen spielt wahrscheinlich Huckleberry-Finn-Romantik eine große Rolle. Man sieht sich vor seinem geistigen Auge den Mississippi abwärts treiben, neuen Abenteuern entgegen. Dagegen ist eigentlich nichts zu sagen. Nichts gegen Romantik. Und unsere Gewässer eignen sich nicht schlecht für solche Träumereien …

Die Haus-Boote werden wahrscheinlich vor allem wegen des Komforts gebucht. Denn es ist nun mal eine Tatsache: So ein Ferienhaus auf Schwimmern bietet im Verhältnis zu den Außenmaßen wesentlich mehr Innenraum als ein Boot.

Bei den Camping-Pontons muss ich mal raten. Ich könnte mir vorstellen, dass es für den typischen Wohnmobilisten wichtig ist, auch in der Ferne seine gewohnte Umgebung um sich zu haben. Und in seinem Caravan auf Pontons fühlt er sich auf dem ungewohnten Wasser gleich viel sicherer als in einem Charterboot.

Und bei allen gemeinsam ist wahrscheinlich Schwellenangst ein weiteres Motiv. So eine Motoryacht sieht irgendwie kompliziert aus. Trotz Charterschein-Regelung trauen sich manche da nicht so recht ran. Ein Holzfloß, ein schwimmender Bungalow oder ein Ponton mit Außenborder wirkt einfacher und leichter zu handhaben. Und man kann vermeintlich auch nicht so schnell etwas kaputtmachen wie bei einer Motoryacht. Drum fällt es Anfänger/inne/n leichter, ein unkonventionelles Wassergefährt zu mieten.

Boote

Boote

Vom Geschäftlichen her beunruhigen uns die Un-Boote nicht, im Gegenteil. Wir freuen uns, dass Menschen aufs Wasser gelockt werden, die sonst vielleicht nie einen Bootsurlaub gebucht hätten. Und der eine oder die andere wird vom Virus infiziert und möchte es wieder tun. Und vielen  wird dann klar, warum Boote so sind wie sie sind: Oh, mit einem richtigen Boot kann man ja auch bei mehr als drei Windstärken den See überqueren! Und man kann dank Gangborden stressfrei schleusen und anlegen, man muss auf dem Kanal nicht Zickzack fahren, kann im Hafen besser manövrieren …

Herzlich willkommen auf dem Wasser!

ADS* bei MDB’s

Mittwoch, März 7th, 2012

Auf meine erste Anfrage haben ja noch alle geantwortet. Und es wurden auch von allen – ansatzweise – Argumente vorgebracht. Damit war die Aufmerksamkeitsspanne einiger MdB’s aber wohl schon überbeansprucht. FDP und Linke haben auf meine Nachfrage überhaupt nicht mehr reagiert, die CDU hat etwas unkonzentriert und die Grünen haben (allerdings begründet) kurz geantwortet. Nur Hans-Joachim Hacker (SPD) ist explizit auf mein zweites Paper eingegangen. Ich dokumentiere das hier.

Ich fasse mal zusammen: Der Bundestag hat beschlossen, die Bundesregierung aufzufordern**, die Leistungsgrenze für führerscheinfreie Boote von 5 auf 15 PS zu erhöhen,

• ohne die sicherheitstechnischen Folgen abschließend zu klären,
• ohne wirkliche Experten anzuhören,
• und ohne an einige wichtige Aspekte überhaupt nur zu denken.

Na gut, die Welt wird davon nicht untergehen. Es gibt wahrhaftig Wichtigeres als den Sportbootführerschein. Wenn ich aber dran denke, dass bei Themen, von denen ich nichts verstehe (sagen wir z.B. Gentechnik oder Finanztransaktionen), womöglich auf ebenso unzureichender Grundlage entschieden wird, dann wird mir ganz flau.


* Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom

** Tatsächlich ist die Erhöhung als solche noch nicht beschlossen, sondern nur die Regierung aufgefordert worden, eine entsprechende Gesetzesvorlage vorzubereiten. Es gibt also noch etwas Hoffnung. Der beschlossene Antrag ist hier zu lesen.


Mit Höchstgeschwindigkeit verabschiedet

Freitag, Januar 27th, 2012

Wie schnell es manchmal geht! Letzte Woche die Experten-Anhörung und gestern schon vom Bundestag verabschiedet. Da staunt der politische Laie. Allzuviel Zeit haben sich die Abgeordneten nicht genommen, die Experten-Meinungen zu prüfen und zu überdenken.

Apropos „Experten“: Sportverbände, Wasserschutzpolizei, ADAC, Wasserwirtschaftsverband… Das waren wohl eher Interessengruppen als Fachleute. Wohlgemerkt: es spricht nichts dagegen, die Meinungen von Interessengruppen anzuhören, im Gegenteil! Aber vielleicht wäre es doch nicht so schlecht gewesen, außerdem ein paar richtige Experten anzuhören; sagen wir mal einen Sicherheitsfachmann und eine Bootsbauerin. Die hätten wohl wenigstens klar stellen können, wie schnell ein Gleiter mit 15 PS fährt. Und was es für einen Unterschied macht, wenn man mit 40 statt mit 20 km/h gegen eine Spundwand knallt.

Aber der Zug ist wohl raus. Man kann jetzt seine Hoffnung höchstens auf die Evaluierung nach 3 Jahren setzen (oder auf die Trägheit der Verwaltung beim Umsetzen der neuen Bestimmungen). Aber selbst wenn sich dann negative Auswirkungen herausstellen, wird man die neue Regelung schwer zurücknehmen können. Man denke nur an die Leute, die sich bis dahin 15-PS-Boote angeschafft haben, aber keinen Führerschein besitzen. Die werden Sturm laufen! Abgesehen davon ist so eine Überprüfung gar nicht so einfach, weil es meines Wissens im Wassersportbereich keine vernünftigen Unfallerhebungen gibt.

In einem Punkt muss ich übrigens Abbitte tun: Die FDP ist es (diesmal) nicht gewesen. Patrick Döring, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, schrieb:

Die FDP-Bundestagsfraktion hat sich im Rahmen der Abstimmung des Koalitionsantrages, wie in unserem Positionspapier vom April letzten Jahres ausgeführt, für eine Übernahme der niederländischen Regelung ausgesprochen.

Aber die Koalitionsdisziplin wollte es anders:

Doch angesichts des Widerstandes einiger Verbände, des Bundesverkehrsministeriums und einiger Teile der CDU/CSU einigten wir uns auf den Kompromiss einer Erhöhung der PS-Grenze auf 15 PS. 

Weiter schreibt er:

In der Anhörung des Verkehrsausschusses am 18.01. erklärten u.a. ADAC und Wasserschutzpolizei, dass die von Ihnen beschriebenen Gleitboote mit einem 15 PS Motor etwa 25 km/h schnell wären.

Seltsam. Hätte man das nicht noch wenigstens ein bisschen, ein ganz kleines bisschen, prüfen können? Werden unsere Gesetze eigentlich immer auf so unsolider Informationsbasis beschlossen?

Und wo bleibt das Positive? Überrascht hat mich, dass (bis auf die Grünen – aber da kommt sicher noch was) alle Fraktionen qualifiziert auf mein Paper eingegangen sind. Hier habe ich die Antworten in einem PDF zusammengestellt.

Für mich ist die Sache aber noch nicht ganz zu Ende. Ich hätte da nämlich noch ein paar Fragen …

Weitere Quellen:

Bis 15 PS führerscheinfrei?

Freitag, Januar 20th, 2012

Die Presse berichtet von Plänen, den Wassersport zu deregulieren, z.B. hier. Hauptvorschlag: die Leistungsgrenze, von der an ein Motorbootführerschein vorgeschrieben ist, soll erhöht werden. Von jetzt 5 PS auf 15 PS.

Es ist sicher nicht schlecht, unnötige Regulierungen im Wassersport zurückzunehmen. Z.B. wäre es eine gute Idee, wenn die überflüssige Kennzeichenpflicht für Sportboote wieder aufgehoben würde. Das Beispiel Holland zeigt, dass man bestens ohne auskommt.

Aber ausgerechnet die PS-Grenze heraufsetzen? Das ist idiotisch. Zunächst einmal ist es kurios, dass der Gesetzgeber sich an der veralteten Einheit PS orientieren soll, statt an den seit den 1970er Jahren weltweit verbindlichen SI-Einheiten. Das  wirft ein Schlaglicht auf die technische Einfalt derjenigen, die den Vorschlag erarbeitet haben. Viel wichtiger ist aber: Die Gefährlichkeit eines Fahrzeugs, auch eines Wasserfahrzeugs, hat nichts mit der Leistung zu tun! (Egal ob man sie nun in kW misst oder in PS.) Entscheidend ist die Geschwindigkeit! Ein  bisschen Physik für Politiker:

In Worten: Die Bewegungsenergie ist gleich dem Produkt aus halber Masse und dem Quadrat der Geschwindigkeit. Ein Rechenbeispiel: Die kinetische Energie eines gleitfähigen Motorboots, das z.B. 300 kg wiegt, und mit seinem 15-PS-Außenborder 40 km/h schnell fährt, beträgt 18.500 Nm (Newton mal Meter). Zum Vergleich: Die Verdränger-Sloep mit 30 PS, die 1.000 kg wiegt und mit  12 km/h fährt, hat eine Bewegungsenergie von 5.500 Nm. Weniger als ein Drittel! Für welches Boot sollte man wohl eher einen Führerschein vorschreiben, liebe Politiker?

Wer bezweifelt, dass ein Motorboot mit 15 PS überhaupt so schnell fahren kann, kann sich ja mal ein paar Videos reinziehen. Z.B. dieses oder dieses.

Die holländischen Kollegen haben im Physik-Unterricht besser aufgepasst. Dort sind alle Boote mit einer Höchstgeschwindigkeit von weniger als 20 km/h führerscheinfrei. Das macht Sinn!

Nun, eine Hoffnung bleibt: Der 15 PS-Vorschlag wird offenbar vor allem von der FDP gefördert. Und die Kanzlerin hat immerhin Physik studiert. Vielleicht gibt sie ihrem Koalitionspartner mal wieder ein bisschen Nachhilfe.

Update 22.01.:
Ich habe ein Paper an den Verkehrsausschuss des Bundestags geschickt: http://dl.dropbox.com/u/23667419/Geschwindigkeitsgrenze_statt_PS-Grenze.pdf

Die Segler wieder …

Mittwoch, Januar 11th, 2012

Bobby Schenk, der große Fahrtensegler, spricht mir aus der Seele:

http://www.yacht.de/schenk/n004/inwind07.html

und

http://www.yacht.de/schenk/n004/kosmos.html

Bei dem zweiten Artikel komme ich auch über die Yacht ins Grübeln. Nicht übel, oder? Und im Vergleich dazu, was sie bietet, auch nicht übermäßig teuer. (Danke an Julian B. für den Tipp)

Kleine Dinge

Sonntag, Januar 8th, 2012

Es war ein Ärgernis. Die Schnürsenkel meiner Wanderstiefel (die ich im Winter auch in der Stadt häufig trage) hielten immer nur ein paar Wochen. Dann rissen sie wieder –  natürlich immer gerade dann, wenn ich eilig los musste. Jetzt habe ich spezielle Markenschnürsenkel erstanden, für 7 € das Paar, rund den siebenfachen Preis normaler Schnürsenkel. Und es ist eine Freude! Die neuen Senkel sind griffig, etwas elastisch, fassen sich gut an und gleiten leicht durch die Ösen des Schuhs. Und man muss nicht jedes Mal Angst haben, dass es knallt, wenn man fest daran zieht.

Es sind diese kleinen Dinge, die man immer wieder in die Hand nimmt, mit denen man täglich zu tun hat, die einem die Laune verderben. Oder die das Leben angenehm machen. Dinge, über die man normalerweise nichts schreibt. Wie Schnürsenkel.

Oder wie Küchenmesser. Über Küchenmesser schreibt auch niemand. Satellitenfernsehen, Mikrowelle, Whirlpool; so etwas wird in den Prospekten der Charterfirmen angepriesen.  Aber scharfe Messer, mit denen man vernünftig Zwiebeln schneiden kann? Damit kann man nicht werben. Kosten verursachen sie trotzdem. Drum fehlen sie meistens auch.

Festmacher in ausreichender Zahl, lang genug und aus hochwertigem Material, an dem man sich nicht die Finger wund reisst, sind auch so ein Kostenfaktor. Oder Porzellangeschirr für sechs Personen, auch wenn das Boot nur drei Kojen hat. Oder Gläser aus Glas. Müssen ja nicht gleich Stielgläser sein wie auf Anna Karenina. Kleine Dinge, die so wichtig sind für das Wohlbefinden.

Doch keiner, der im Internet oder anhand von Prospekten die Preise von Charteranbietern vergleicht, wird dazu verwertbare Angaben finden. Denn mit so kleinen Dingen kann man nicht angeben.

Oder doch? Ich wollte es halt mal probieren.

P.S.  „Messer schärfen“ steht bei uns auf der Liste der Winterarbeiten 2011/12.